Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung

Die Pädiatrische Gastroenterologie und Hepatologie ist auf die Abklärung und Behandlung von Kindern mit Erkrankungen von Speiseröhre, Magen, Darm, Leber und Pankreas, sowie Problemen der Nahrungsaufnahme, Verdauung und des Gedeihens spezialisiert.

Wir haben eine rege Sprechstundentätigkeit mit interdisziplinären Spezialsprechstunden und arbeiten eng mit der Kinderchirurgie zusammen.
 
Für die Versorgung von gastroenterologischen Notfällen bieten wir einen telefonischen Pikettdienst rund um die Uhr an.

Besuchen Sie unseren News Blog für interessante Beiträge über die neusten Entwicklungen in der Forschung.

Team

Unser Team  setzt sich zusammen aus Kinderärztinnen und -ärzte mit Schwerpunkttitel in pädiatrischer Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung, Fellows in Weiterbildung, wie auch Rotationsassistentinnen und –assistenten. Im Rahmen des letzten Studienjahres, dem praktischen Wahljahr, gewinnen in unserer Sprechstunde Studentinnen und Studenten Einblick in den klinischen Alltag.
Unterstützt werden wir von einer Pflegekraft mit speziellem Interesse an pädiatrischer Gastroenterologie. Zum erweiterten Team gehören die Ernährungsberatung und Pflegeexpertinnen, welche spezielle Pflegeberatung für Ernährungssonden und die Wundberatung übernehmen. In der Forschung unterstützt uns eine Studienassistentin.

Krankheitsbilder

Wir behandeln alle Krankheiten, Störungen und Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, der Leber und der Bauchspeicheldrüse im Kindes- und Jugendalter. Die meisten Patienten werden ambulant betreut. Ist ein stationärer Aufenthalt nötig, gehen wir auf Visite.

Nachfolgend sind einige Symptome und Erkrankungen aufgelistet, welche in unser Fachgebiet fallen.

Speiseröhre:

  • Achalasie, gastroösophagealer Reflux, eosinophile Ösophagitis,
  • Angeborene Störungen (ösophageales Web)

Magen:

  • Helicobacter-pylori-Gastritis, CMV-Gastritis

Dünn-/Dick-/Mastdarm:

  • Zöliakie
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Kurzdarmsyndrom
  • Bakterielle Überwucherung des Dünndarms (SIBO)
  • Dünn- und Dickdarmpolypen (familiäre adenomatöse Polyposis, Peutz-Jeghers Syndrom, Juvenile Polypen)
  • Chronische intestinale Pseudoobstruktion (CIPO)
  • Angeborene Erkrankungen (angeborene Durchfallerkrankungen, intestinale Lymphangioektasie)
  • Angeborene Fehlbildungen (Morbus Hirschsprung)

Leber:

  • Gelbsucht im Säuglingsalter (neonatale Cholestase, Gallengangsatresie, Alagille Syndrom, PFIC-Syndrome)
  • Angeborene Erkrankungen (Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, porto-systemische Shunts, Morbus Wilson, Morbus Gilbert-Meulengracht)
  • Autoimmunhepatitis, primär sklerosierende Cholangitis
  • Akute und chronische Leberentzündungen (virale, medikamententoxische Hepatitis, nichtalkoholische Fettlebererkrankung/NAFLD)
  • Akutes Leberversagen im Säuglings- und Kindesalter
  • Gallensteine

Bauchspeicheldrüse:

  • Akute und chronische Pankreatitis

Funktionelle Beschwerden:

  • Abdominale Migräne, zyklisches Erbrechen, kindlicher Reizdarm, Durchfall des Kleinkindes (Toddler's diarrhoe), funktionelle Dyspepsie, funktionelle Bauchschmerzen, Fructosemalabsorption, Laktosemalabsorption

Bei Fütterstörungen, chronischen Bauchschmerzen und ausgeprägter habitueller Obstipation arbeiten wir eng mit den Kolleginnen und Kollegen der Psychologie/Psychiatrie und Psychosomatik zusammen.

Bei Ernährungsproblemen wie Kuhmilchproteinallergie, Zöliakie und Fructosemalabsorption unterstützt uns die Ernährungsberatung der Kinderklinik.

Kinder nach Operationen und mit Kurzdarmsyndrom werden zusammen mit den Kollegen der Kinderchirugie betreut.

Kinder und Jugendliche nach Lebertransplantation werden in enger Zusammenarbeit mit dem Lebertransplantationszentrum für Kinder in Genf betreut.

Diagnostik

Wir bieten folgende diagnostische Untersuchungen und Interventionen an:

Oesophago-Gastro-Duodenoskopie (Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Dünndarm)
Die Oesophago-Gastro-Duodenoskopie ist auch bekannt als Gastroskopie oder Magenspiegelung. Ein Endoskop wird in den Mund eingeführt und über die Speiseröhre in den Magen vorgeschoben. Es können krankhafte Veränderungen gesucht, Gewebeproben entnommen und Eingriffe (wie Ballondilatationen und Fremdkörperentfernungen) durchgeführt werden. Für eine Magenspiegelung ist in der Regel keine spezielle Vorbereitung notwendig. Am Tag der Untersuchung werden die Kinder und Jugendlichen auf unserer Tagesstation aufgenommen und können meist am frühen Nachmittag nach Hause gehen.

Coloskopie (Dickdarmspiegelung)
Bei der Dickdarmspiegelung wird das Endoskop über den After in den Dickdarm eingeführt. Dabei kann der gesamte Dickdarm mit einer kleinen Videokamera eingesehen werden und es sind auch Gewebeentnahmen und Entfernungen von Polypen möglich.
Um den Darm für die Spiegelung vorzubereiten, erfolgt am Tag vorher eine Abführung. Bei grösseren Kinder kann dies zuhause durchgeführt werden, Kleinkinder werden hierfür hospitalisiert. Im Anschluss an die Untersuchung werden die Befunde soweit möglich direkt mit den Familien besprochen, bevor die Kinder am frühen Nachmittag nach Hause entlassen werden können.

Endoskopische Einlage von perkutanen Gastrostomie-Sonden (PEG)
Ermöglicht eine vollständige Ernährung direkt in den Magen oder Dünndarm. Die Notwendigkeit der Ernährung über eine Nasensonde entfällt.

Perkutane Leberbiopsie
Die Punktion der Leber zur Gewinnung von Lebergewebe führen wir ultraschall- kontrolliert durch und erhöhen somit die Sicherheit der Untersuchung. In der Pathologie werden die Biopsieschnitte untersucht und der Zustand einzelner Leberzellen sowie jegliche Veränderungen der Leber beurteilt.

pH-Metrie (Säuremessung in der Speiseröhre während 24 Std) oder Impedanz-pH-Metrie
Mit dieser Untersuchung kann eine kontinuierliche Säuremessung (pH-Messung) über 24 Stunden im Bereich der Speiseröhre vorgenommen werden. Neben dem sauren Reflux kann auch der nicht saure Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre gemessen werden.

Nahrungsmittelbelastungsteste
Zur Bestimmung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Kuhmilchprotein.

H2-Atemteste
Zur Bestimmung von Unverträglichkeit von bestimmten Kohlenhydraten (vor allem Laktoseintoleranz und Fruktosemalabsorption).

C13-Atemteste
Nachweis von Helicobacter pylori. Dieser Mikroorganismus ist bei vielen Menschen im Magen zu finden und kann dort eine Magenschleimhautentzündung hervorrufen und ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür begünstigen.

Gesunde Dünndarmschleimhaut mit Zottenrelief. Durch die Zotten wird die Oberfläche des Dünndarms vergrössert zur besseren Nährstoffaufnahme.
Entzündete Dickdarmschleimhaut. Die Schleimhaut wird geschwollen und gerötet. Es sind viele Gefässe zu sehen. Oben rechts erinnert die Schleimhaut an Sandpapier.

Sprechstunden

Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung
Montag:       08:00 - 12:00 Uhr und 13:30-16:00 Uhr
Donnerstag: 08:00 - 12:00 Uhr und 13:30-15:30 Uhr
Freitag:        08:00 - 12:00 Uhr

Zusätzlich zu den Sprechstunden, die das ganze Spektrum des Fachgebietes abdecken, führen wir regelmässig interdisziplinäre Spezialsprechstunden durch:

Intestinale Rehabilitationssprechstunde
Für Kinder und Jugendliche mit Darmversagen, Kurzdarm und Heim-parenteraler Ernährung (zusammen mit Kinderchirurgie).

Oesphagusatresiesprechstunde
Für Kinder und Jugendliche mit Oesphagusatresie und Zwerchfellhernien (zusammen mit Kinderpneumologie und Kinderchirurgie).

Ernährungssprechstunde
Für Kinder und Jugendliche mit Ess-, Fütterproblemen und Sondenabhängigkeit. Hier bieten wir ein interdisziplinären Programm für Sondenentwöhnungen (sowohl ambulant als auch stationär) an.

Transitionssprechstunden
Für Jugendlichen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (zusammen mit Gastroenterologie Bauchzentrum) und chronischen Lebererkrankungen und nach Lebertransplantation (zusammen mit Hepatologie Bauchzentrum).

Forschung

Weitere Informationen zu aktuellen Studien und Forschungen finden Sie auf unserer Forschungsseite

Weiterführende Informationen